Biografie - Metzendorf-Gesellschaft

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Biografie

Heinrich Metzendorf

Fotografie von Heinrich Metzendorf ca. 1920

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Biographische Stationen von Prof. Heinrich Metzendorf:


04.10.1866 Heinrich Metzendorf erblickt in Heppenheim als ältester Sohn einer alteingesessenen Steinmetzfamilie das Licht der Welt.

1986-87 Besuch des Alten Kurfürstlichen Gymnasiums in Bensheim. Ausbildung im Maurer- und Steinmetzhandwerk im väterlichen Betrieb. Gleichzeitig Besuch der Sonntagszeichenschule bei Stadtbaumeister Klein in Heppenheim.

1886-87 Studium an der Landesbaugewerkschule und der Technischen Hochschule in Darmstadt.

1888-1894 Lehr- und Wanderjahre als junger Architekt in verschiedenen Architekturbüros in Darmstadt, Heidelberg und Elberfeld (heute Wuppertal).

1895 Gründung eines eigenen Architekturbüros in Heppenheim.

1897 Umzug seines Architekturbüros nach Bensheim in die Heidelberger Str. 44, in der unmittelbaren Nachbarschaft seines Gönners, den Paperfabrikanten Wilhelm Euler.

1897 Prüfung als Kreisbauaufseher beim Großherzoglichen Kreisbauamt in Darmstadt.

1901 Ernennung zum Professor durch Groß-Herzog Ernst Ludwig von Hessen.

1902 Einzug in das neu erbaute Wohnhaus in der Ernst-Ludwig-Straße 25 in Bensheim mit seiner Ehefrau Anna (geb. Heckler) und seinen fünf Kindern.

1902-1923 Heinrich Metzendorf entwirft mehr als 370 Landhäuser, Villen, Kleinwohnhäuser und Arbeiterwohnungen. Davon plante er 130 Bauten allein in Bensheim, 186 weitere Gebäude entlang der Bergstraße zwischen Darmstadt und Heidelberg.

15.02.1923 Heinrich Metzendorf stirbt im Alter von 57 Jahren in Bensheim.


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Heinrich Metzendorf - Sohn einer Bergsträßer Handwerkerfamilie


Heinrich Metzendorf entstammte einer Familie, die seit mehreren Generationen im für die Region Bergstraße/Odenwald typischen Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk tätig war. Der väterliche Betrieb des Steinbruchbesitzers Heinrich Metzendorf II war in Heppenheim ansässig. Heinrich Metzendorf hatte zwei jüngere Brüder Franz und Georg Metzendorf.

Während Franz Metzendorf den väterlichen Handwerksbetrieb weiterführte, war Georg Metzendorf, ebenfalls Architekt, zunächst ab 1897 Mitarbeiter im Architekturbüro von Heinrich Metzendorf, in den Jahren 1901 bis 1905 dann Teilhaber des Büros. Beide Brüder hatten das Steinmetz- und Maurerhandwerk im väterlichen Betrieb von der Pieke auf gelernt, bevor sie ihre Studien an der Landesbaugewerkschule und Technischen Hochschule in Darmstadt fortsetzten. Heinrich Metzendorf legte kein Examen als Architekt ab, er war Autodidakt und erwarb seine Fähigkeiten nicht nur durch Studien, sondern in der praktischen Auseinandersetzung mit den Bauaufgaben und dem handwerklichen Tun.

Aus der konstruktiven Kooperation der Metzendorfbrüder in den Jahren 1897 bis 1905 entwickelte sich der charakteristische Heimatstil, mit der Heinrich Metzendorf als „Baumeister der Bergstraße“ die Region mit seinen Landhausvillen nachhaltig prägte.


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Heinrich Metzendorf und sein Bruder Georg Metzendorf:


Infolge der fruchtbaren Zusammenarbeit der Architektenbrüder Heinrich und Georg Metzendorf konnten insbesondere in der Zeit zwischen 1901 und 1905 zahlreiche gemeinsame Bauprojekte realisiert werden.

1899 beauftragte der Weinhändler Wilhelm August Höhn die Gebrüder Metzendorf mit dem Bau von acht Villen am Hang seines Weinbergs am Maiberg in Heppenheim (Höhn´sches Villenviertel).

1899 bis 1900 bauten die Brüder Metzendorf im Auftrag der Gebrüder Hirsch in Heppenheim eine Synagoge. Die Heppenheimer Synagoge wurde in der Reichskristallnacht am 09. November 1938 von den Nazis zerstört. Heute erinnert eine bronzene Gedenktafel an dieses markante Bauwerk im Starkenburgweg/ Ecke Bensheimer Weg.
1902/03 bauten die Architektenbrüder Heinrich und Georg für ihren Vater Heinrich II auf dem Lagerplatz des elterlichen Steinmetzbetriebs in der Darmstädter Str. 21 ein Wohnhaus im Landhausstil.

Während sich Heinrich Metzendorf mit seiner Arbeit fast ausschließlich auf den Raum Bergstraße konzentrierte, wirkte sein Bruder Prof. Georg Metzendorf als namhafter Architekt über die Region hinaus. Er plante u.a. ab 1909, die von der Margarethe-Krupp-Stiftung in Auftrag gegebene Gartenvorstadt „Margarethenhöhe“ in Essen.


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