2019 - Metzendorf-Gesellschaft

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2019

Presseartikel
Reisebericht vom 24. Juni 2019 von Prof. Frank Oppermann:

METZENDORF-GESELLSCHAFT IN WIEN
Der Architekt Heinrich Metzendorf hat in seinem Werk verschiedene stilistische Richtungen angewandt. So sind seine frühen Bauten in Wuppertal "historistisch" geprägt; seine Landhäuser an der Bergstraße zeigen den Stil der Jahrhundertwende.
Dieser allgemeine Wandel in der Architektur zu Ende des 19. Jahrhunderts lässt sich in Wien, wie in keiner anderen europäischen Stadt, besonders gut ablesen: da sind zum einen die historistischen Prachtbauten an der Ringstraße; zum anderen aber auch die Bauten der Gegenbewegung der "Secession" und des beginnenden Jugendstils. So wurde z.B. die "Neue Hofburg" als Erweiterung der alten kaiserlich-königlichen Hofburg im Stil des Neobarocks entworfen. Das repräsentative Parlamentsgebäude hingegen ist im  "griechischen Stil" errichtet und das große Rathaus und die frei stehende Votivkirche wiederum in neogotischen Formen. Diese unterschiedlichen Stile und darüber hinaus auch die jeweiligen städtebaulichen Anordnungen vermittelten bestimmte Inhalte und Botschaften.  Bei ihrem ersten Rundgang beschäftigte sich die Metzendorf-Gesellschaft ausgiebig mit diesem Thema.
Die  nächsten beiden Tage widmete die Metzendorf-Gesellschaft den Künstlern und Architekten der Bewegung gegen den Historismus: wie u.a. Gustav Klimt mit dem berühmten Beethoven-Fries, oder Otto Wagner mit seiner damals innovativen Architektur der Postsparkasse. Von ihm stammt auch die Kirche am Steinhof, der "Höhepunkt des Wiener Jugendstils". Sein Schüler Josef Maria Olbrich wiederum entwarf das dortige Secessionsgebäude. Seine Ideen von einer "neuen ganzen Stadt, wo wir zeigen wollen, was wir können", faszinierten die Metzendorf-Reisenden. Diese Stadt, programmatisch 1897 in Wien erdacht, konnte Olbrich ein Jahr später in Darmstadt auf der Mathildenhöhe verwirklichen. Der Architekt Heinrich Metzendorf kannte diese Gebäude und zog daraus manche Inspiration. Gleichwohl entwickelte er seine eigene Architektursprache.
Die vier Tage in Wien waren für die Metzendorf-Gesellschaft voller interessanter Ereignisse und intensiver Eindrücke. Während der Führungen von dort ansässigen Kunsthistorikerinnen und von ihrem Vorsitzenden Prof. Frank Oppermann, der die Reise auch insgesamt organisierte, beschäftigte man sich viel mit Architekturgeschichte. Es blieb aber auch genügend Zeit, die Stadt zu erkunden, typisch Wienerisches zu erleben, und Kaffee-Häuser mit ihrem gesellschaftlichen Hintergrund kennen zu lernen und beim "Heurigen" ein zu kehren. Doch der "gemischte Satz" war für die Bergsträßer Zungen sehr gewöhnungsbedürftig.

Nachfolgende Bildergalerie wurde von Roland Schiemann zur Verfügung gestellt.
 
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