2011 - Metzendorf-Gesellschaft

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2011

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7. Veranstaltung der Metzendorf-Gesellschaft am
Samstag, den 26. März 2011


in der Heinrich Metzendorf Schule
in 64625 Bensheim, Wilhelmstraße 91, Aula im 6. Stock

Moderation:  Prof. Frank Oppermann, Darmstadt

Programm:

10.00 Uhr                   Einführung und Grußworte
                                 Prof. Frank Oppermann

10.15 Uhr -                 Vortrag „Hellerau und die Gartenstadtbewegung"
11.45 Uhr                   Dr. Rainer Metzendorf    

11.45 Uhr                   Informationen zu einer  Exkursion nach Dresden-Hellerau       
12.00 Uhr                   im September 2011

ca.12.00 Uhr              Imbiss  im Foyer im Erdgeschoss
12-13.00 Uhr              Gelegenheit zur Besichtigung einer kleinen Ausstellung
                                 zum Thema „Metzendorfhäuser gestern - heute" im Foyer
      
14.00 Uhr                  1. Treffpunkt am Transformatorengebäude in der Friedhofstr. 80

Informationen von Stadtbaurat Helmut Sachwitz zu den aktuellen Baumaßnahmen auf dem Eulergelände

Führung Prof. Frank Oppermann zum Thema:
„Euler und Metzendorf – Der Bauherr und sein Architekt"

16.00 Uhr  2. Treffpunkt an der Villa Eulennest, Heidelberger Straße 46
Außenbesichtigung der renovierten Metzendorfvilla

gegen 17.00 Uhr        Ende der Veranstaltung

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Um die Organisation der Veranstaltung zu erleichtern, wird um Anmeldung per
Anmeldeformular (s.Anlage) bis 22. März 2011 unter Angabe der Teilnehmerzahl gebeten.
Für die Organisation und Verpflegung wird ein Unkostenbeitrag von 10 Euro erbeten, der am 26.03.2011 während der Veranstaltung eingesammelt wird.

Bitte senden Sie das beigefügte Anmeldeformular an die folgende Adresse:
Metzendorf–Gesellschaft, z.Hd. Frau Dr. Forberg, Im Wingert 14, 64285 Darmstadt


Schauen Sie auch auf unsere homepage:  www.metzendorf-gesellschaft.de

Bild oben: Ausstellung von Architektur Modellen der Metzendorfhäuser, erstellt von Marcel Forberg
Bild unten: Prof. Frank Oppermann Vortrag vor der Euler-Fabrik in der Friedhofstraße

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Hellerau und die Gartenstadtbewegung

Im vergangenen Jahr feierte die Gartenstadt Hellerau ihr 100-jähriges Jubiläum. Gemeinsam mit der Gartenvorstadt Margarethenhöhe in Essen, zählt die Gartenstadt Hellerau bei Dresden als Wiege einer neuen Lebensreform. Beide Siedlungen gelten als Pilotprojekte der Deutschen Gartenstadtbewegung und des Deutschen Werkbundes.

Bei Hellerau steht der Anspruch an eine organische Einheit von Wohnen, Arbeiten, Kultur und Bildung im Vordergrund. Das Festspielhaus, die Bildungsanstalt des Schweizers Emile Jaques-Dalcroze, die Deutschen Werkstätten von Karl Schmidt und die Bauten von namhaften Architekten wie Kurt Frick, Georg Metzendorf, Hermann Muthesius, Richard Riemerschmid oder Heinrich Tessenow erheben die Gartenstadt Hellerau bei Dresden zu einer baukulturellen Ikone des 20. Jahrhunderts.

      Dr. Rainer Metzendorf, Februar 2011



Euler und Metzendorf  - Der Bauherr und sein Architekt

Die Papierfabrik Euler war im 19. Jahrhundert der größte Arbeitgeber in Bensheim sowie im vorderen Odenwald. Ihr Inhaber Wilhelm Euler – vom Großherzog zum Kommerzienrat ernannt – war eine typische Unternehmerpersönlichkeit der Zeit. Er entwickelte ab 1875 eine kleine Strohpapierfabrik mit 20 Arbeitern zu einem modernen Betrieb mit 300 Angestellten und Arbeitern um 1900. Als Landtagsabgeordneter, Begründer und Vorsitzender vieler gesellschaftlich wichtiger Vereine („Casino-Gesellschaft", Obst- und Gartenbauverein, Verkehrsverein, Gewerbeverein u. a.) prägte er maßgeblich die bürgerliche Bensheimer Gesellschaft der Jahrhundertwende.

In dieser Zeit ermutigte er auch den jungen Heppenheimer Architekten Heinrich Metzendorf, sein Büro und seinen Wohnsitz nach Bensheim zu verlegen und machte ihn zum Architekten  eines prosperierenden Bürgertums, das zum großen Teil aus „Rentiers" und „Finanziers" bestand.

Metzendorf baute nicht nur viele Gebäude für die Papierfabrik und einige Villen für Wilhelm Euler („Eulennest", „Eulenhorst", „Euleneck" u. a.) sondern auch Villen und Landhäuser für das gehobene Bürgertum. Die gesellschaftlichen Kontakte hierzu wurden von Wilhelm Euler hergestellt.

In der Führung von Prof. Frank Oppermann am Nachmittag des 26.3.2011 zeigt er die Metzendorf- Gebäude der Fabrik von außen – soweit sie durch die Umstrukturierung des Geländes noch erhalten sind – sowie die dort befindlichen Villenbauten Eulers.

   Prof. Frank Oppermann, Februar 2011



Aktuelle Veranstaltung für Metzendorf – Freunde am 26. März 2011
Vortrag und Führung zur Metzendorfarchitektur


Am 26. März hatte die Metzendorf-Gesellschaft zum 7. Mal zu einer interessanten Tagesveranstaltung eingeladen. Die Veranstaltung startete in der Heinrich Metzendorf Schule mit einem Vortrag von dem Enkel von Georg Metzendorf, Dr. Rainer Metzendorf zum Thema „Hellerau und die Gartenstadtbewegung".

Georg Metzendorf und Heinrich Metzendorf gelten als Pioniere der deutschen Gartenstadtbewegung. Georg Metzendorf hatte mit der Typenentwicklung eines Industriearbeiterhauses auf Mathildenhöhe 1908 in Darmstadt Aufmerksamkeit auf sich gelenkt, was letztlich dazu führte dass er noch im gleichen Jahr von der Margarethe-Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge in Essen den Auftrag zur Planung der Gartenstadt Margarethenhöhe erhielt. 1909 erbaute er mehrere Mehrfamilienhäuser in der Gartenstadt Hellerau. Gemeinsam mit der Gartenvorstadt Margarethenhöhe in Essen, gilt die Gartenstadt Hellerau bei Dresden als Wiege der deutschen Lebensreformbewegung. Beide Siedlungen waren  Pilotprojekte des Deutschen Werkbundes.  Leitgedanke der Lebensreformbewegung war es mit dem Bau einer Gartenstadt insbesondere für die Industriearbeiterschaft ein Wohnumfeld zu schaffen, an dem eine Symbiose von Arbeiten, Wohnen, Erholung und kultureller Bildung möglich ist. Renom Archi der dama Zeit, wie Kurt Frick, Georg Metzendorf, Hermann Muthesius und Richard Riemerschmid  konzipierten eine komplette  Wohn für  345  Arbei – mit den „Deut Werkät für Hand als Arbeitsätte, Läden, Schule und Festspielhaus.
Ein maßgeblicher Begründer der Gartenstadt Hellerau war der Tischlermeister und Sozialreformer Karl Schmidt aus Dresden. Bereits 1899 stellte er in seiner Möbelwerkstatt Schränke aus großflächigen Schichtholzplatten her. Er beschäftigte in seinem Betrieb den „Deutschen Werkstätten" in Hellerau 1910  450 Mitarbeiter und gründete dort 1909 eine gewerbliche Fachschule mit Lehrwerkstätten für die Ausbildung von Tischlern.  Karl Schmidt   verfolgte das Ziel sog. Reformmöbel zu produzieren, die er von bekannten Designern gestalten ließ. Seine Geschäftsidee war es einen Kompromiss zwischen preisgünstiger industrieller Herstellung und gelungenen Design zu finden. Seine Möbel sollten letztlich für alle Gesellschaftsschichten erschwinglich sein. In der Weiterentwicklung der Produktionstechnik entwickelten die Deutschen Werkstätten die ersten Sperrholzplatten. Hierfür erhielten Sie 1941 das  Patent „Vergütetes Holz". Auch in den 20iger und 30iger Jahren gingen von Hellerau entscheidende Impulse für die Deutsche Möbelindustrie aus. Während der DDR-Zeit spezialisierte sich das VEB Möbelkombinat Hellerau vorrangig auf serielle Möbelproduktion. Bekannt wurde der in den 50ziger Jahren entwickelte spanlos verformte Furnierstuhl als auch die in den 60iger Jahren entwickelten Möbel zur Selbstmotage (MDW-Serie, Montagemöbel Deutsche Werkstätten). Nach 1992 entwickelten sich die Deutschen Werkstätten zu einem weit über die die deutschen Grenzen hinaus führenden Anbieter für hochwertigen, individuellen Innenausbau. Spezialgebiete sind die Ausstattung von Mega-Yachten, privater Villen und die Ausstattung repäsentativer Räumlichkeiten in Unternehmenszentralen weltweit.  
Die heute als Flächendenkmal geschützte Gartenstadt in Dresden Hellerau feierte 2009/ 2010 ihr 100-jähriges Bestehen. Im September 2011 unternimmt die Metzendorf- Gesellschaft eine 2-tägige Exkursion nach Dresden-Hellerau.

Gez:
Dr. Angela Forberg, Darmstadt den 27.03.2011

 
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